Pelomedusen

Schildkröten

Dortmund

Bevor man mit der Zucht und der Aufzucht der Jungtiere anfangen kann, braucht man als allererstes die Bestätigung, dass man zwei Tiere unterschiedlicher Geschlechter hat.

Geschlechter

Ganz klar ein Weibchen, weil:

-Der Schwanz dünner und kürzer ist.

-Die Analschilde mehr "U"-förmig sind.

-Das Tier im Gegensatz zu dem Männchen größer ist.

-Der Bauchpanzer (Plastron) gerade ist.

Ganz klar ein Männchen, weil:

-Der Schwanz längere und dickere ist.

-Die Analschilde mehr "V"-förmig sind.

-Das Tier im Gegensatz zu dem Weibchen kleiner ist.

-Der Bauchpanzer (Plastron) konkav ist.

Das obere Tier ist mein Pelusios castaneus Weibchen Kiera.

 

Das untere Tier ist mein Pelusios castaneus Männchen Sambo.

Links mein Weibchen, rechts mein Männchen. Man kann sie auch schon deutlich an ihrer Größe erkennen.

Zudem ist der Plastron (Bauchpanzer) meines Männchens konkav.

Links sieht man mein Weibchen und rechts mein Männchen, der Bauchpanzerunterschied (Plastron) ist deutlich zu erkennen.

Oben befindet sich ein ca. zweijähriges Weibchen (Vermittlungstier).

Unten befindet sich mein ca. zehnjähriges Männchen.

Pelusios castaneus sind mit ca. 5 Jahren geschlechtsreif.

Der Paarungsakt beginnt mit einem Kopfwackeln des Männchens.

Auch gegenseitige Bisse von Männchen und Weibchen sind völlig normal, wenn dies nicht ausartet.

Paarung

Wenn beide Tiere sich gegenseitig während der Paarungszeit respektieren, kommt es schließlich zur Paarung. Das Männchen reitet auf das Weibchen und der Akt beginnt. Wie lange der Akt dauert, kann ich nicht sagen, denn sobald sich die Tiere gestört fühlen oder sie einen sehen, kommen sie an und wollen Futter. Die Paarung ist somit unterbrochen.

Annäherungsversuche von Pelomedusa

 

Männchen beginnt die Paarung mit einem Kopfwackeln.

 

Copyright by Saskia Mück

Ist die Paarung vollbracht, geht es mit folgenden unten stehenden Punkten weiter... .

"Trächtiges" Weibchen

Die gewölbten Analschilde, sowie der große Abstand zwischen dem Carapax und dem Plastron ist ein eindeutiges Zeichen für eine "trächtige" Schildkröte.

Wenn man seine Tiere regelmäßig wiegt merkt man es auch am Gewicht.

(Wie schwer ein gelegtes Ei ist, ist unter dem 4. Gelege vom 01.01.2015 nachzulesen.)

Eiablage

Während der Eiablage ist es wichtig, das Weibchen nicht zu stören, andernfalls kann sie die Eiablage nicht beenden und schlimmstenfalls an einer Legenot sterben.

Zu beachten ist auch noch, dass das Sandbecken mindestens 3/4 der Panzerlänge des Weibchens tief ist, sonst kann obigere Situation eintreffen.

Nachzucht und Aufzucht allgemein

Allgemein zur Nachzucht und Aufzucht der Babys:

 

Pelusios castaneus legen bis zu 18 hartschalige Eier. Grundsätzlich sind mehrere Gelege pro Jahr möglich.

Die Jungtiere schlüpfen in einer Zeit von 70 - 90 Tagen, obwohl bei meinem letzten Gelege (5. Gelege) alle Babys schon nach 59 Tagen geschlüpft sind. Dies war mein bestes Gelege bis jetzt.

Ich habe bis jetzt immer auf 30 °C gebrütet und die Eier immer im Vermiculite Granulat gehabt.

Nach dem Schlupf setze ich die Babys mit oder ohne Eierschale auf nasse Küchenrolle, sodass kein Granulat-Stückchen in die Bauchspalte eindringen kann - dies kam leider schon einmal vor.

Nun warte ich, bis die Bauchspalte sich komplett geschlossen hat. Mit Schließung der Bauchspalte dürfen die Babys ins Wasser und bekommen anfangs rote Mückenlarven und Gammarus zu fressen. Nach ein paar Wochen gebe ich ihnen dasselbe Futter wie meinen Großen - natürlich im gefrorenen Zustand sehr, sehr klein geschnitten. Mundgerechte Stücke eben.

Den Wasserstand erhöhe ich langsam. Nach ca. 8 Wochen liegt er bei ca. 20 cm. Das Gewicht der Babys hat sich in dieser Zeit verdreifacht. Nun kann ich sie abgeben.

Dies ist mein Inkubator von Exo-Terra.

Zuerst aber in paar Familienbilder...

 

 

Diese sind echt!

1. Gelege vom 18.05.2011

In das damalige 30x20x20cm große Sandbecken legt Kiera ihr 1. Gelege ab.

Mein 1. Gelege vom 18.05.2011 bestand aus 18 Eiern.

 

Jedoch musste ich leider den Inkubator nach 144 Tagen ausmachen, weil nichts geschlüpft ist.

2. Gelege vom 07.03.2012

Kiera hat ihr 2. Gelege am 07.03.2012 mit 16 Eiern gelegt.

Ein Ei ist von Anfang an nicht gewachsen, kurze Zeit später wurde es platt, vermutlich war es nicht befruchtet, oder ich habe es falsch herum gelegt. Ich musste es entsorgen.

Nach 74 Tagen ist das erste Baby geschlüpft.

Nach 75 Tagen sind Baby 2 - 5 geschlüpft.

Nach 76 Tagen sind Baby 6 - 10 geschlüpft.

Und nach 77 Tagen sind Baby 11 - 14 geschlüpft.

Die Aufzucht der Kleinen erfolgt in einem separaten Aquarium. Mit Steinen, und verschiedenen Landteilen ist das Becken strukturiert. Eine Kiesmatte dient als Bodengrund und verhindert das Wegrutschen auf der Glasplatte. Die Kiesmatte ist zudem auch leicht zu reinigen.

Gewagtes Experiment: Wie verhalten sich die Eltern und ein Baby in einem Becken?

Nachdem Kiera mit ihrem Kopf zu nah an das Baby kam, habe ich das Experiment abgebrochen.

Und das Baby zurück zu den anderen gesetzt.

Nach 105 Tagen habe ich das letzte Ei manuell geöffnet. In ihm ein komplett entwickeltes Baby. Warum das kleine Geschöpf nicht geschlüpft ist, kann ich leider nicht sagen, vermutlich wurde es von den anderen gestört oder sogar umgedreht.

3. Gelege vom 29.11.2013

Bei diesem Gelege habe ich 9 Eier in Vermiculite und 9 Eier in Hatchrite ausgebrütet.

 

Dadurch, dass die Verpackung vom Hatchrite schon beschädigt worden war, war das normal angefeuchtete Granulat pulvertrocken.

Bei diesem Gelege ist es mir besonders schwer gefallen, die Substratfeuchtigkeit konstant zu halten. Entweder es war zu trocken oder zu feucht.

Trotz der Schwierigkeiten der Granulat-feuchtigkeit, haben es doch einige Babys bis zum Schlupf geschafft.

4. Gelege vom 01.01.2015

Insgesamt wurden 16 Eier gelegt.

Die Eier wiegen zwischen 11 und 13g.

1  x 11 g

10x 12 g

5 x 13 g

5. Gelege vom 11.11.2015

Insgesamt wurden 13 Eier gelegt.

Explosionsartig schlüpften alle nach 59 Tagen aus ihren Eiern.

Über dem geöffneten Maul sieht man deutlich noch den Eizahn. Mit seiner Hilfe wird die harte Schale des Schildkröteneies geöffnet. Nach kurzer Zeit verlieren die Babys den Eizahn.

Neugierig sind die Kleinen ja - und süß!

Dieses süße Geschöpf wiegt gerade einmal 10 g.

Schon nach einigen Wochen beträgt der Wasserstand gut 20 cm.

Neuerdings haben die Babys auch ein Sandbecken, welches ich extrem wichtig, lebensnotwendig und naturnah finde. Ich habe eine kleine Pastikschale mit Sand gefüllt und in das Babybecken eingesetzt. Probeweise habe ich zwei Schildkrötenbabys reingesetzt um zu gucken, wie sie es finden und ob sie wieder alleine herausfinden. Nach einem kleinen Hügel in der Sandschale, hat die zweite es alleine wieder herausgefunden.

Das Sanbecken kann über die Schwimminsel und über die Korkröhre erreicht werden.

Das erste reingesetzte Baby beim Erkunden des neuen Sandbeckens.

6. Gelege vom 04.10.2017

Nach fast 2 Jahren legt Kiera ihr 6. Gelege mit insgesamt 17 Eiern. Ein Ei ist allerdings von Kiera schon platt gedrückt worden.

Vermittelte Babys

 

Normalerweise rate ich immer davon ab, zwei Tiere mit  unterschiedlichstem Alter zu vergesellschaften, doch dieses Mal hat es geklappt. Die Babys aus dem 3. und 5. Gelege haben sich am 03.04.2016 das erste Mal in ihrem neuen Heim begegnet und bis jetzt vertragen sie sich. Der Altersunterschied beträgt zwei Jahre.

 

Dies waren meine Sorgenkinder aus dem 3. und 5. Gelege.
Beim 3. Gelege hatten sich die Krallen der Babys entzündet und sie begannen Kannibalismus und fraßen sich gegenseitig die Pfötchen an/auf. Dies war damals die kleinste und letzte Schildkröte die ich hatte. Mit nur noch 3 Krallen an der einen Pfote und 2 Krallen an der anderen Pfote, habe ich damals ein sehr gutes Zuhause für sie gefunden.

Und bei diesem Gelege fehlte bei einem Baby ein Stück von beiden Supracaudalschilden (Schilde über den Schwanz).

 

Copyright by Fabian Kunze

Bei Fragen rund um das Thema Pelomedusen, sowie anderen Themen auf meiner Homepage, stehe ich gerne zur Verfügung!

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